Wenn alle die gleichen Teile verbauen: Opera steigt auf Webkit um

Der freie Markt lebt davon, dass unterschiedliche Hersteller unterschiedliche Produkte anbieten, welche sich ein Rennen in der Weiterentwicklung liefern um sich so gegenseitig überbieten. Vor einigen Jahren war das auch im Browsermarkt nicht anders. Jeder Anbieter hatte seine eigene Render-Engine, welche aus dem Html-Code die Webseiten darstellte.

Eine davon war WebKit welches von Apple entwickelt und verwendet wurde (unter anderem in Safari). Diese Engine war solide gebaut und bestand als erste den Acid3-Test. Apple entschied sich 2003 den gesamten Quellcode zu veröffentlichen. Das hatte zur Folge, dass Nokia und Adobe nun auch WebKit verwendeten. 2008 entwickelte Google seinen neuen Browser Chrome. Auch hier entschied man sich auf WebKit zu setzen.

Vor einigen Tagen hat Opera angekündigt auch auf WebKit umzusteigen und die eigene Render-Engine nicht mehr weiter zu entwickeln. Damit verwenden in Zukunft drei der fünf grüßten Browser ein und dieselbe Engine.

Das so, als würde in Zukunft in alle Computer die selbe Hardware eingebaut werden. Für Entwickler hätte das zur Folge, dass sie ihre Programme in Zukunft nur für eine Hardware optimieren müssen und keiner würde sich noch die Mühe machen und auch andere Hardware zu berücksichtigen. Das bremst Innovationen deutlich aus und die gemeinsam vereinbarten Standards verlieren immer mehr an Bedeutung.

Wird es in Zukunft so sein, dass sich Browser nur durch ihre Benutzeroberfläche unterscheiden werden? Zumindest Firefox und Internet Explorer halten immer noch an ihren eigenen Render-Engines fest. Hoffen wir, dass das so bleibt, denn dann werden die wichtigen gemeinsamen W3C-Standarts ihre Bedeutung behalten.